„Hört zu und lernt aus der Vergangenheit!“

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Der Kurs Darstellendes Spiel des Are-Gymnasiums präsentierte „Tribal /SchmibalSchüler spielen gegen Fremdenhass und Antisemitismus mit anschließendem Zeitzeugeninterview mit den Holocaust-Überlebenden Petra und Franz Michalski.

Mit der sehr bewegenden und zum Nachdenken anregendenTheateraufführung der Parabel „Tribal / Schmibal“ am vergangenen Donnerstag leisteten die DS-Schülerinnen und Schüler des zwölften Jahrgangs unter der Leitung ihrer Lehrerin Elisabeth Bröhl einen künstlerischen Beitrag im Einsatz für Weltoffenheit und Courage gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Gewalt.

Die Parabel mit dem englischen Namen „Tribal / Schmibal“, das übersetzt „Stamm / Stämmchen“ bedeutet, wurde von der Berliner Schauspielerin Priscilla Bergey verfasst und dem Are-Gymnasium zur Verfügung gestellt. Thematisch behandelt das Stück die Entzweiung eines Stammes, deren Anfeindungen in gewalttätige Gruppenkämpfe eskalieren.Genährt wird dieser Konflikt durch die Lügen eines bösen Geistes, der symbolisch für Antisemitismus und Entzweiungsteht. Seinen Ursprung findet das Stück in wiederholten massiven körperlichen und verbalen antisemitischen Übergriffen gegenüber dem Schüler Ferdinand Michalski an einem Berliner Gymnasium. Nach einem Schulwechsel trat Michalski einer englischsprachigen Theater-AG bei, in welcher das Stück ins Leben gerufen wurde.

Versteckt zu sein, ist für Kinder ganz besonders schlimm, weil sie gar nicht wissen, warum man so lebt“

Durch die Anwesenheit der Großeltern von Ferdinand Michalski, Petra und Franz Michalski, wurde das Thema den Schülerinnen und Schülern besonders eindrucksvoll nahegebracht. Als Holocaust-Überlebender beantwortete der 1934 in Breslau geborene Franz Michalski mit Unterstützung seiner Frau die zahlreichen Fragen der Zwölftklässler. Wie war es im Versteck leben zu müssen? Welche Erlebnisse machten sie während der Flucht vor der Gestapo? Wer waren die zahlreichen stillen Helden, die der Familie Unterschlupf gewährten? Wie äußerte sich die fortschreitende Nazifizierungder Gesellschaft im Alltag und welche schönen aber auch diskriminierenden Erlebnisse machten sie nach der Befreiung durch die Alliierten? Alle Fragen beantwortete das Ehepaar mit einprägsamen und bewegenden Erzählungen. Zum Abschied trugen sie den Anwesenden auf: „Deshalb haltet die Augen immer auf – schaut, wo ihr helfen und Unrecht verhindern könnt. Aber niemals mit Gewalt, sondern mit Schläue.“

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sichtlich bewegt: „Durch das Gespräch mit den Michalskis konnten wir einen besseren Eindruck von den prägenden Erfahrungen ethalten, die Herr Michlaski bereits als Kind machen musste. Außerdem wurde deutlich, dass es sich nicht nur um vergangene Ereignisse handelt, sondern dass diese auch heute von großer Bedeutung sind. Wir müssen diesen Themen besonders aufmerksam und sensibel gegenüber sein und aktiv etwas gegen Ausgrenzung und Unrecht tun. Wir müssen uns immer wieder damit auseinandersetzen, um zu verhindern, dass systematische Benachteiligung und Diskriminierung wie diese wieder Teil unseres Alltags werden! Und wir sind diejenigen, die dies tun können“, so Denisa Ukehaxaj und Anna Wolber, Schülerinnen des zwölften Jahrgangs.

 

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