Der Ganztag am Are-Gymnasium

Unser pädagogische Konzept in G8GTS

Diese Form der Schullaufbahn mit Abitur nach acht Jahren ist in Rheinland-Pfalz verbunden mit der verpflichtenden Ganztagsschule (GTS) in den Jahrgangsstufen 7 bis 9. Unsere Schule hat von Beginn an mit dem verpflichtenden Ganztagsbetrieb schon in der Klasse 5 begonnen, damit möchten wir vor allem den Kindern der Orientierungsstufe den Übergang in die neue Schulform G8GTS erleichtern.

Unter dem Stichwort „Miteinander neu – neues Miteinander“ geben wir Hilfestellung zur Integration in der 5. Klasse durch ausführliche Anmeldegespräche mit den Kindern, einen Kennenlernnachmittag mit dem neuen zweiköpfigen Klassenleiterteam und durch eine erste Schulwoche mit vielseitigen Aktivitäten in Begleitung der Patenschüler.

Zu Beginn des Schuljahres findet eine zweitägige Integrationsfahrt mit einem Jugendherbergsaufenthalt statt.

Auch für die neu gebildeten Klassen 7 sind in der ersten Schulwoche drei Einführungstage zum Kennenlernen der neuen Mitschülerinnen und Mitschüler und zur Stärkung der neuen Klassengemeinschaft vorgesehen. Im Januar fahren die Klassen 7 zu Besinnungstage in ein nahe gelegenes Kloster.

Das ganztägige gemeinsame Lernen findet statt von Montag bis Donnerstag von 7.55 bis 16.00 Uhr, freitags bis 13.00 Uhr eingebettet in eine Rhythmisierung, einen sinnvollen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung.

Im Sinne einer schülergerechten Lernkultur haben wir in der G8GTS von Beginn an festgelegt, dass nur eine Klassenarbeit in der Woche geschrieben werden sollte, um die Belastung für die Schülerinnen und Schüler gleichmäßig zu verteilen.

Im Sinne der Sicherung der Chancengleichheit vermitteln wir den Schülerinnen und Schülern am Are-Gymnasium Kernkompetenzen und einen universellen Wissenskanon.

Darüber hinaus bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 ein wöchentliches Achtsamkeitstraining, das fest im Stundenplan verankert ist und vom fortgebildeten Klassenleiterteam durchgeführt wird. Die Schülerinnen und Schüler können in diesem Unterricht in unserem Raum der Stille zur Ruhe kommen und lernen, sich auch über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und nicht jedem inneren oder äußeren Impuls nachgeben zu müssen. Diese Entspannungsübungen, Konzentrationsübungen, Mini- Mediationen und die Wahrnehmung fördernde Übungen trainieren die Kinder regelmäßig und können sie in den Alltag übernehmen, um zum Beispiel Ruhe und Konzentration vor einer Klassenarbeit zu stärken oder auch am Abend vor dem Schlafen zur Ruhe zu kommen.

Fördern und Fordern

Lernzeiten (LZ und FLZ) und Förderstunden (Individuelles Lernen)

Konkret heißt das, dass Lernzeiten ihren festen Platz im Stundenplanablauf unseres Ganztagsgymnasiums haben. In den Lernzeiten sollen die anstehenden Aufgaben der einzelnen Fächer im Rahmen der Binnendifferenzierung bearbeitet werden. Außerdem dienen sie der Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffs.

Fachgebundene Lernzeiten (LZ)

Für die Hauptfächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Latein/Französisch (in den Jahrgangsstufen 5/6 auch für das in Rheinland-Pfalz in der Orientierungsstufe als Einheit unterrichtete Fach Nawi) gibt es zusätzlich je eine Stunde fachgebundene Lernzeit, auch Differenzierung genannt, in der der Unterrichtsstoff vertieft und gefestigt wird. Der Differenzierungsunterricht wird gemeinsam vom jeweiligen Fachlehrer der Klasse und einem weiteren Fachlehrer durchgeführt. Die Schüler werden in zwei Gruppen und in zwei unterschiedlichen Räumen unterrichtet.

Fachungebundene Lernzeiten (FLZ)

Hier werden vor allem die Aufgaben der Nebenfächer bearbeitet. Es wird in der Regel ein in der Klasse unterrichtender Fachlehrer eingesetzt. Die Schüler können im eigenen Tempo bestimmte Unterrichtsinhalte entsprechend ihren Bedürfnissen vertiefen bzw. nacharbeiten.

Strukturierte Arbeitszeit in den Lernzeiten

Die für die Lernzeit vorgesehenen Aufgaben werden im Lernbegleiter und im Klassenbuch schriftlich mit Zeitvorgabe dokumentiert und vom Klassenleiter/in kontrolliert. Durch einen strukturierten Ablauf wird ein effektives Arbeiten der Schüler möglich.

Alle FLZ Stunden folgen einem festen Schema mit einer Eingangsphase, in der ideale Arbeitsbedingungen durch entsprechende Raumaufteilung und Holen der Arbeitsmaterialien geschaffen werden, einer anschließenden Stillarbeitsphase und einer abschließenden Feedbackphase.

Die betreuende Lehrperson steht für Fragen und Anregungen zur Verfügung, insbesondere, um die Arbeitshaltung zu fördern und zu unterstützen.

Schülergerechte Lernkultur durch individuelles Fördern und Fordern

Parallel zum Deutsch- Mathematik- und Englischunterricht bieten wir in einzelnen Stunden eine individuelle Förderung, sei es um besondere Begabungen weiter zu unterstützen oder um eventuelle Defizite aufzuarbeiten.

Lernbegleiter

Ein wichtiges Medium für die Dokumentation des eigenen Lernens, zum Führen eines Arbeitsplans für die Lernzeiten und für ihr eigenes Zeitmanagement ist der von uns entwickelte Lernbegleiter. Er dient zugleich als effektives Kommunikationsmittel zwischen Eltern und Lehrenden.

Bilingualer Vorbereitungsunterricht in der Klasse 5

Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 nehmen am Bilingualen Vorbereitungsunterricht teil. Hier werden mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit sowie das Leseverständnis im Englischen auf spielerische Weise gefördert. Dieser bilinguale Vorbereitungsunterricht ist Voraussetzung für eine eventuelle Bewerbung für den Bilingualen Zweig ab der Jahrgangsstufe 7.

Sprachtraining

Die Schülerinnen und Schüler, die in der Jahrgangsstufe 6 nicht weiter am bilingualen Vorbereitungsunterricht teilnehmen, haben die Möglichkeit, sich im Sprachtraining der intensiv mit dem Vokabellernen für ihre beiden Fremdsprachen und weiteren Sprachübungen zu beschäftigen.

LRS und Rechtschreibanalyse

Individuelle Förderung erleben die Schülerinnen und Schüler durch spezielle Kurse bei Lese-Rechtschreibschwäche bis Klasse 9. Um eine möglichst gezielte individuelle Förderung leisten zu können, arbeitet die Fachschaft Deutsch seit dem Schuljahr 2012/13 mit der Universität Münster zusammen. Dort wurde ein Test- und Diagnoseverfahren zur Ermittlung von Rechtschreibschwächen und deren Behebung entwickelt, die MRA (=Münsteraner Rechtschreibanalyse).
Wir testen zu Anfang des Schuljahres alle Schülerinnen und Schüler und erhalten dann nach der Eingabe der Testergebnisse per Computer für jeden Schüler eine individuelle Fehleranalyse. Auf dieser Grundlage wird, falls Förderbedarf besteht, individuelles Übungsmaterial bestellt, welches die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Lernstudiostunden unseres Ganztagsangebotes unter Anleitung oder auch zu Hause bearbeiten.

Sprachzertifikate

Individuelle Förderung erhalten die Schüler auch durch die intensive Vorbereitung auf das DELF-Sprachzertifikat in Französisch und auf das Cambridge Certificate ab Klasse 9.

September 2018